Wöhlk-Malfatti-Probe

Durch Zufall stieß ich im Sommer 2015 auf den Wöhlk-Test aus dem Jahre 1904, der im Jahr 1905 von dem Innsbrucker Urologie-Professor Hans Malfatti durch wenige Tropfen Kalilauge entscheidend verbessert wurde. Wie wir heute wissen, benötigt die Reaktion mindestens den pH-Wert 12. Bei weiteren Nachforschungen eröffnete sich ein weites Betätigungsfeld, da sich auch weitere Forscher in Den Haag, Basel, St. Petersburg, Innsbruck und Dublin mit Ammoniak bzw. Methylamin und Lactose befasst haben und der eigentlich gesuchte Reaktionsmechanismus bis 2015 falsch beschrieben war ("rotes Ammoniummucat", "Pyrrolrot"). Der exakten Aufklärung bin ich bis heute näher gekommen, unter anderem habe ich als erster einen Zusammenhang zur frühen Maillardreaktion hergestellt, aber das Ziel ist noch nicht erreicht, u.a. weil sich der geheimnisvolle lachsrote Farbstoff (527 nm) trotz aller Bemühungen nicht isolieren lässt... Dies gilt ebenso für den sehr ähnlichen Test von Fearon (Dublin 1942), bei dem Salmiakgeist durch eine Methylammoniumchloridlösung ersetzt wird und ein kirschroter Farbstoff (541 nm) entsteht.
Erfreulicherweise ergaben sich aus eigenen Recherchen und Forschungsarbeiten sowie durch helfende Expertise von Julia Hain, Prof. Dr. Petra Mischnick, Dr. Manfred W. Kussler und viel aufmunternde Unterstützung folgende Publikationen und Vorträge, die den kontextorientierten experimentellen Chemieunterricht mit aussagekräftigen Experimenten bereichern können:

2018e) Neues von der Wöhlk-Probe: Eine Schutzgruppe in Position 4 reicht aus, um auch mit Glucose eine positive Wöhlk-Reaktion durchzuführen! (NadC, eingereicht)

2018d) Poster zum 47. Lebensmittelchemikertag 2018 in Berlin

2018c) NadC 150. Geburtstag Alfred Wöhlk und Supplementary Information (Experimentieranleitung)

2018b) Wikipedia-Eintrag Alfred Wöhlk

2018a) ChemistryViews 150th anniversary Alfred Woehlk (english)

2017c) Auf der Spur der roten Farbe. Ein historischer Lactosenachweis wiederentdeckt. K. Ruppersberg, J. Hain, P. Mischnick, CHEMKON 2017, 24, 302. oder hier.

2017b) Die Wiederentdeckung der Wöhlk-Probe und der geheimnisvolle lachsrote Farbstoff, Ruppersberg, K. & Hain, J. (2017) in: Chemie in unserer Zeit. 51, 2, S. 106-111.

2017a) Poster (Kostenfreier Download, keine Mitgliedschaft nötig): Wie kann man im Chemieunterricht den Lactosegehalt von Milchprodukten sichtbar machen? 108. MNU-Bundeskongress April 2017, Aachen

2016c) Dem Milchzucker auf der Spur – eine europäische Detektivgeschichte, Ruppersberg, K. (2016) in: Praxis der Naturwissenschaften - Chemie in der Schule. 65, 8, S. 30-33 oder OpenAccess

2016b) Stärkeverdauung durch Speichel - was kommt eigentlich dabei heraus?: Ein einfacher Maltose-Nachweis am Ende der enzymatischen Hydrolyse von Amylose und die überraschende Anwesenheit von Glucose, Ruppersberg, K. (2016) in: MNU Journal. 69, 5, S. 325-328 oder OpenAccess

2016a) Wie kann der Lactosegehalt von Milchprodukten im Schulexperiment sichtbar gemacht werden?: Die Wiederentdeckung der Wöhlk-Probe für den Chemieunterricht, Ruppersberg, K. & Hain, J. (2016) in: CHEMKON - Chemie konkret. 23, 2, S. 90-92 oder OpenAccess

2015) Beispiel für eine Wöhlk-Gefährdungsbeurteilung (verfasst von Peter Slaby während meines Vortrages beim MNU-Tag in Bremerhaven); ggf. an individuelle Gegebenheiten anpassen!

Vielen Dank für das Interesse!