Klassentreffen

Am 5.6.2018 ist es exakt 40 Jahre her, dass wir unsere Abiturzeugnisse bekommen haben. "Wir" sind mit Masse diejenigen, die im August 1969 als Schülerinnen und Schüler in die Sexta a ("koedukativ") und Sexta b ("Jungs-Klasse") in eine Schule eingetreten sind, die in vielem an den Film "Die Feuerzangenbowle" erinnert, nur dass es bei uns nicht schwarz-weiß war, sondern in Farbe.

Wer zum Klassentreffen kommen möchte - und da sind auch die hinzugekommenen angesprochen - melde sich bitte rechtzeitig bei den üblichen Adressen. Aus Datenschutzgründen wird HIER kein genauer Termin veröffentlicht.

 

Erste koedukative Klasse am Staatlichen Hölderlin-Gymnasium in Köln Mülheim

Als wir das Schuljahr 1969/70 am damals noch Staatlichen Hölderlin-Gymnasium in Köln Mülheim begannen, gingen die Uhren noch anders: die Kölner Verkehrsbetriebe setzten u.a. auf der Linie 38 noch Doppelstock-Busse mit grün-schwarzen Polstern in der oberen Etage ein, die Straßenbahnlinie 16 fuhr noch über die Bergisch-Gladbacher-Straße, wir stellten uns auf dem Schulhof in Zweierreihen auf und wir hatten schwarze Friedrich-Wilhelm-Hefte mit grün-beigem Hölderlin-Etikett in der "Tonne", die damals noch Schulranzen hieß. Es war auch vorgeschrieben, wo wir unser Jaxon-Malkreiden kauften oder unsere Turnschuhe. Und, was viele vergessen haben, 24 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs führte unser Schulweg auch noch an einigen Trümmergrundstücken und Häusern mit Granateinschlägen vorbei. Im Straßenbild waren viele Kriegsbeschädigte zu sehen, in der Straßenbahn gab es besondere Sitzplätze für sie, und auch einige unserer Lehrer trugen körperliche oder seelische Verwundungen aus dem "1000jährigen Reich", die wir dann -aus heutiger Sicht unfassbar- "Zweifinger-Joe" oder "Sudeten-Jupp" titulierten. Der Umgangston war allgemein ruppig, es gab noch Ohrfeigen, Ziehen an den Schläfenhaaren (nur für Jungs), Strafarbeiten, Nachsitzen ("Karzer"), zynische Bemerkungen, Schlüsselbundweitwürfe (selten), Beschmeißen mit Tafelkreide (häufiger). So etwas nennt man heute "Pädagogik der Unterdrückung", und es war eine logische Folge, dass einige Schüler drauf reagierten, indem sie z.B. Heizungsknöpfe abschraubten, einen Kronleuchter in die Tiefe stürzen ließen oder abträgliche Sprüche über Lehrer an die Wände schmierten. Für ein Dart-Spiel auf dem Schulhof bekam gleich die ganze Klasse Karzer, der Lehrereingang durfte nicht von Schülern benutzt werden, und dass erstmalig Mädchen an die Schule kamen, galt nach den Kurzschuljahren 1966/67 (Ende der Einschulung zu Ostern) als ein weiteres gesellschaftliches Experiment mit ungewissem Ausgang.
Der erste Klassenlehrer der "Sexta A" hieß Kagelmann, und wir begrüßten ihn mit einem zackigen, lautstarken "SALVE, MAGISTER", nachdem er uns "SALVETE PUELLAE PUERIQUE" zugerufen hatten.

Es folgten Herr Kohnen, der sehr fortschrittlich Rollenspiele in den Englischunterricht einführte ("A boy is coming along the street...") und Herr Stößel, dessen offenherzig gekleidete Referendarin die Jungs immer wieder zu tiefbückenden Fragen veranlasste: "Können Sie gerade einmal schauen, ob das so richtig ist...?"
Während der gesamten Schulzeit gab es immer nur einen Tagesausflug pro Schuljahr, und zwar:
1969/70 Wildgehege Hellenthal/Eifel mit Abstecher zur römischen Wasserleitung, durch die wir zum Entsetzen von Herrn Kagelmann hindurch gekrochen sind,
1970/71 Aquarium am Kölner Zoo (damals neu eröffnet) mit Zeugnisvergabe;
1971/72 Dechenhöhle mit Herrn Kohnen (siehe Link unten)
1972/73 Burg Eltz mit Herrn Kohnen, zur Enttäuschung aller ohne Folterkammer,
1973/74 Rolandsbogen und Tuff-Loch mit Herrn Stößel
1974/75 Schloss Benrath und Zons mit Herrn Stößel.
Mehrere Tage dauerten die Abschlussfahrt 10. Klasse zum Feldberg in den Schwarzwald sowie die
Abiturabschlussfahrt nach Griechenland oder Ungarn.
Leider liegen mir keine Daten aus der "b" vor - diese ergänze ich gerne!

Mehr zu den bisherigen Klassentreffen und zur Klassenfahrt zur Dechenhöhle mit Herrn Kohnen